Neue Klassenpolitik (2018)

Was bedeutet eine Klassenpolitik »auf Höhe der Zeit«? In verschiedenen Publikationen diskutieren Publizist_innen, Akademiker_innen und/oder Aktivist_innen über veränderte Produktionsverhältnisse, gemeinsame und unterschiedliche Erfahrungen, Orte des Klassenkampfs und wie dieser organisiert werden kann.

Eine Auswahl der Beiträge erschien im November 2018 in dem Buch „Neue Klassenpolitik. Linke Strategien gegen Rechtsruck und Neoliberalismus“ (Bertz und Fischer Verlag, Berlin).

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Während sich die Rechte als Alternative präsentiert, machen die etablierten Parteien so weiter wie bisher. Die gesellschaftliche Linke aber scheint blockiert und hat sich in einer Diskussion festgebissen, die kulturelle und soziale Kämpfe künstlich trennt. Dabei sind sie gemeinsam die Grundlage für linke Politik – für eine Neue Klassenpolitik nämlich, die die Interessen der Lohnabhängigen und sozial Abgehängten ernst nimmt und zugleich Antirassismus, Feminismus und die Anerkennungskämpfe gesellschaftlicher Minderheiten nicht für zweitrangig erklärt. Die Chance einer Klassenpolitik auf der Höhe der Zeit liegt darin, Menschen verschiedener Identitäten zu vereinen, ohne zu ignorieren, was sie voneinander unterscheidet.

Rezensionen

  • „Der umsichtig konzipierte Band besteht aus Beiträgen, die seit Mai 2017 in Analyse & kritik erschienen. Ergänzt wurden sie durch weitere gut ausgewählte Texte, die auch die internationale Dimension der Debatte vertiefen. An der Debatte, die einer wichtiger Verständigung der Voraussetzungen linker Politik dient, beteiligen sich linke Aktivist_innen und Wissenschaftler_innen.“ (Torben Heine, Lotta)
  • „Ein kleines Buch mit 31 meist kurzen, leicht lesbaren Artikeln, in denen die verschiedenen Facetten aktueller Auseinandersetzungen um ein zentrales Thema der linken Organisationsdebatte beleuchtet werden.“ (Eleonora Roldán Mendívil, Junge Welt)
  • „Einige Debattenbeiträge spielen sich allerdings leider auf dem Reißbrett ab – auf dem Reißbrett linker Autor*innen, die sich ihre Klasse imaginieren. Es ist schade, dass dieses Problem – dieses Spannungsfeld zwischen unbewusstem Klassenreduktionismus in der Linken und einer wirklichen Neuen Klassenpolitik – nicht in der Rahmung des Buchs thematisiert wird.“ (Johanna Tirnthal, kritisch-lesen.de)
  • „Der Band vereint einundreißig erfrischend leserliche, leichtverdauliche Beiträge, die aus unterschiedlichen intellektuellen und politischen Zusammenhängen einen Beitrag zur Ausformulierung einer neuen Klassenpolitik leisten wollen.“ (Janina Puder, Z – Zeitschrift marxistische Erneuerung)
  • Die Beiträge versammeln auf prägnante Weise verschiedene Teilbereiche, in denen sich die Neue Klassenpolitik bewähren müsse.“ (Christopher Wimmer, taz)

Interviews

  • Interview mit Hannah Eberle bei Radio Obskura (6.12.18)
  • Interview mit Ines Schwerdtner im Freitag (45/2018): „Uns geht es zuerst einmal darum, den Klassenbegriff zu rehabilitieren, ihn neu zu beleben. Es gab eine Zeit, da sprachen auch in Deutschland alle selbstverständlich davon, dass wir eine Klassengesellschaft sind. Die neoliberale Ideologie hat die Illusion genährt, das sei nicht mehr der Fall. Heute ist es allgemein anerkannt, von einzelnen Subjekten zu sprechen, die für ihren individuellen Erfolg selbst verantwortlich sind. Das ist ein ganz anderes Verständnis von Gesellschaft, als es die Linken vertreten. Sie müssen den Klassenbegriff zurückerobern, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, was politisch möglich wäre und wer ein Kollektivsubjekt sein könnte.“

Veranstaltungen

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Hier ein unvollständiger Überblick über die gesamte Debatte. Schickt mir gerne Verweise auf eure Beiträge (sefried[ÄT]web.de). Ich versuche, die Artikelliste fortlaufend zu ergänzen.

Letzte Aktualisierung: 27.01.2019

Serie zu „Neuer Klassenpolitik“ in ak – analyse & kritik (Mai 2017 bis Oktober 2018)

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